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Budget und Preise

Was eine Kamera über fünf Jahre kostet, mit Wertverlust

Wertverlust, Zubehör, Strom und Einfuhrabgaben in einer Rechnung: warum das Gehäuse teurer ist als das Objektiv, auch wenn es weniger kostet.

A black full-frame mirrorless camera body front-on with a grey body cap over the mount
A body sold without a lens ships capped, with the mount and grip the main things to judge by hand.Foto: Amitabha Gupta · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Der Kaufpreis einer Kamera sagt wenig darüber aus, was sie kostet. Entscheidend ist die Differenz zwischen Kaufpreis und Restwert, und die fällt bei Gehäusen und Objektiven völlig unterschiedlich aus.

Dieser Ratgeber rechnet eine vollständige Ausrüstung über 5 Jahre durch, bezieht Zubehör und Ladestrom ein und nimmt die Einfuhrabgaben auseinander, die bei einer Bestellung außerhalb der EU anfallen. Alle Preise sind Beispielwerte; diese Website erhebt keine Preise und hat nichts getestet.

Wertverlust ist die größte Position

Nehmen wir ein Gehäuse für 1.400 €, das nach 5 Jahren gebraucht 600 € bringt. Der Wertverlust beträgt 800 €, also 160 € im Jahr. Dasselbe Geld in ein Objektiv für 600 € gesteckt, das nach 5 Jahren noch 420 € wert ist, ergibt einen Verlust von 180 € oder 30 Prozent, also 36 € im Jahr.

Der Unterschied ist nicht zufällig. Gehäuse werden durch neue Generationen ersetzt und verlieren mit jeder Ankündigung an Wiederverkaufswert. Objektive für ein etabliertes Bajonett bleiben kompatibel und verlieren vor allem durch Gebrauchsspuren. Deshalb ist das Objektiv die Komponente, bei der ein höherer Preis am wenigsten weh tut.

Dazu kommt Zubehör, das keinen nennenswerten Restwert hat: zwei Ersatzakkus für 120 €, zwei Speicherkarten für 90 € und eine Tasche für 70 €, zusammen 280 €. Diese Summe steht in voller Höhe in der Rechnung, weil niemand gebrauchte Akkus kauft.

A black full-frame mirrorless camera body front-on with a grey body cap over the mount
A body sold without a lens ships capped, with the mount and grip the main things to judge by hand.Foto: Amitabha Gupta · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen
Kosten einer Beispielausrüstung über 5 Jahre bei 24 Einsätzen im Jahr
PositionAnschaffungRestwert nach 5 JahrenKosten über 5 JahreJe Einsatz bei 120 Einsätzen
Gehäuse1.400 €600 €800 €6,67 €
Objektiv600 €420 €180 €1,50 €
Zubehör, Akkus, Karten, Tasche280 €0 €280 €2,33 €
Strom für das Laden--2,20 €0,02 €
Summe2.280 €1.020 €1.262,20 €10,52 €

24 Einsätze im Jahr über 5 Jahre ergeben 120 Einsätze. Setzen Sie Ihre eigene Einsatzzahl ein; bei 48 Einsätzen im Jahr halbiert sich jede Zahl der letzten Spalte.

Strom ist in dieser Produktgruppe die kleinste Zahl

Ein Kameraakku speichert in der Größenordnung von 16 Wattstunden. Bei drei Ladungen je Einsatz und 24 Einsätzen im Jahr sind das 72 Ladungen und rund 1,15 Kilowattstunden. Mit dem amtlichen Durchschnittspreis von 37,97 Cent je Kilowattstunde für das 1. Halbjahr 2026 kostet das 0,44 € im Jahr, über 5 Jahre also 2,20 €.

Diese Zahl ist deshalb interessant, weil sie das Gegenteil der Rechnung bei Haushaltsgeräten ist. Bei einer Kamera entscheidet der Wertverlust, nicht der Betrieb. Wer über Energiesparen nachdenkt, tut das bei Monitor, Rechner und Licht, nicht bei der Kamera.

Relevanter als der Strompreis ist die Alterung der Akkus. Nach einigen hundert Ladezyklen sinkt die Kapazität spürbar, und ein Ersatzakku für 60 € ist dann die Reparatur, die ein funktionierendes Gehäuse weitere Jahre nutzbar hält. Das ist der günstigste Posten in der Tabelle oben.

  • Wertverlust des Gehäuses: 160 € im Jahr im Beispiel
  • Wertverlust des Objektivs: 36 € im Jahr im Beispiel
  • Zubehör ohne Restwert: 56 € im Jahr im Beispiel
  • Ladestrom: 0,44 € im Jahr bei 72 Ladungen
  • Summe im Beispiel: rund 252 € im Jahr
A vintage silver screw-mount lens with engraved aperture scales beside a loose adapter ring
An old manual lens and its mount adapter, the aperture and depth-of-field scales engraved on the barrel.Foto: Dmitry Makeev · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Gebraucht kaufen: was rechtlich übrig bleibt

Bei einem Kauf beim Händler verjähren Mängelansprüche nach § 438 BGB in zwei Jahren ab Ablieferung. Für gebrauchte Waren erlaubt § 476 BGB eine Verkürzung, die aber nicht zu einer Frist von weniger als einem Jahr führen darf. Ein gewerblicher Gebrauchtverkauf mit einem Jahr Gewährleistung ist also der gesetzliche Normalfall, nicht ein Entgegenkommen.

Beim Kauf von einer Privatperson entfällt dieser Schutz in der Regel vollständig, weil der Ausschluss der Gewährleistung zwischen Privatleuten zulässig ist. Dafür liegt der Preis niedriger. Die Differenz zwischen Händler und Privatverkauf ist im Kern der Preis für diese zwölf Monate.

In Zahlen: Wenn ein Gehäuse privat 520 € und beim Händler 620 € kostet, zahlen Sie 100 € für ein Jahr Gewährleistung. Ob sich das lohnt, entscheidet der Zustand des Geräts, nicht das Gefühl beim Kauf. Ein Gehäuse mit 15.000 Auslösungen und ein Gehäuse mit 180.000 Auslösungen sind zwei verschiedene Risiken.

Rechtlicher Rahmen beim Kauf, nach BGB
VerkäuferZustandVerjährung der MängelansprücheWiderruf im Fernabsatz
Händlerneuzwei Jahre ab Ablieferung14 Tage
Händlergebrauchtverkürzbar, mindestens ein Jahr14 Tage
PrivatpersongebrauchtAusschluss zulässigkein gesetzliches Widerrufsrecht

Die Angaben folgen § 438, § 476 und § 355 BGB. Sie ersetzen keine Rechtsberatung, lassen sich aber in den verlinkten Gesetzestexten nachlesen.

Bestellungen außerhalb der EU rechnen sich seltener als gedacht

Der Zoll nennt die Regeln eindeutig. Bei Paketsendungen mit einem Wert bis zu 150 € gilt für jede enthaltene Warenkategorie eine pauschale Zollabgabe in Höhe von 3 €. Zusätzlich fällt die Einfuhrumsatzsteuer an, die mit 19 Prozent berechnet wird. Bemessungsgrundlage ist dabei der Zollwert zuzüglich des Zolls.

Ein Filter für 45 € mit 12 € Versand hat einen Zollwert von 57 €. Mit 3 € Pauschale ergibt das eine Bemessungsgrundlage von 60 €, darauf 11,40 € Steuer. Insgesamt 71,40 €, also rund 59 Prozent über dem Warenpreis. Bei kleinen Beträgen frisst die Pauschale den Preisvorteil regelmäßig vollständig auf.

Bei größeren Sendungen wird nach Angabe des Zolls ab einem Warenwert von 150 € der Gesamtbetrag inklusive Portokosten zugrunde gelegt, und statt der Pauschale gilt der reguläre Zolltarif nach Warennummer. Ein Objektiv für 480 € mit 35 € Versand kommt damit auf eine Grundlage von 515 € und mindestens 97,85 € Einfuhrumsatzsteuer, zuzüglich des tarifgebundenen Zolls. Aus 480 € werden so mindestens 612,85 €, rund 28 Prozent mehr.

Einfuhrabgaben für zwei Beispielsendungen aus einem Nicht-EU-Staat
SendungZollwertZollEinfuhrumsatzsteuerGesamt
Filter 45 € plus 12 € Versand57 €3 € pauschal19 Prozent auf 60 € = 11,40 €71,40 €
Objektiv 480 € plus 35 € Versand515 €nach Warennummer19 Prozent auf mindestens 515 € = 97,85 €mindestens 612,85 €

Die zweite Zeile ist eine Untergrenze: Der tarifgebundene Zollsatz richtet sich nach der Warennummer und ist hier nicht eingesetzt. Kommt eine Verzollungsgebühr des Transportdienstleisters hinzu, steigt der Betrag weiter.

A white and black mirrorless camera fitted with a very thin pancake prime lens
A pancake prime adds barely any depth, keeping a mirrorless body pocketable.Foto: nbela67 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Vor dem Kauf

  • Restwert des Modells recherchieren, bevor Sie zwei Gehäuse im Preis vergleichen
  • Zahl der Einsätze im Jahr schätzen und als Nenner verwenden
  • Zubehör ohne Restwert in voller Höhe in die Rechnung aufnehmen
  • Beim Gebrauchtkauf klären, ob gewerblich oder privat verkauft wird
  • Bei Händlerkauf auf die Mindestfrist von einem Jahr für gebrauchte Ware achten
  • Bei Bestellungen außerhalb der EU Zollpauschale und 19 Prozent Steuer vorab ausrechnen
  • Auslösungen und Akkuzustand vor dem Gebrauchtkauf abfragen

Häufige Fragen

Warum rechnen Sie mit Restwert und nicht mit dem Kaufpreis?
Weil der Kaufpreis nur bei einem Gerät zutrifft, das Sie bis zum Defekt behalten. Wer nach 5 Jahren verkauft, hat die Differenz bezahlt, nicht die Summe. Im Beispiel sind das 800 € statt 1.400 € beim Gehäuse und 180 € statt 600 € beim Objektiv.
Wie schätze ich den Restwert realistisch ein?
Sehen Sie nach, was das Vorgängermodell derselben Reihe heute gebraucht kostet, und rechnen Sie den gleichen relativen Verlust für Ihr Modell. Für Gehäuse liegt der Verlust über 5 Jahre im Beispiel bei rund 57 Prozent, für Objektive bei 30 Prozent. Das sind Annahmen, keine Marktdaten.
Lohnt sich eine Versicherung für die Ausrüstung?
Die Entscheidungsgrundlage ist dieselbe Division. Eine Jahresprämie von 90 € entspricht bei einer Ausrüstung, die im Beispiel 252 € im Jahr kostet, mehr als einem Drittel der Gesamtkosten. Sinnvoll wird das, wenn ein Totalverlust eine Erwerbsgrundlage trifft, bei privater Nutzung selten.
Hat die Preisentwicklung Einfluss auf den Kaufzeitpunkt?
Das Statistische Bundesamt nennt für Oktober 2026 eine Inflationsrate von voraussichtlich 2,8 Prozent. Technikpreise folgen diesem Index nicht, weil Modellwechsel die Preise einzelner Geräte stärker bewegen als die allgemeine Teuerung. Der Zeitpunkt kurz nach einer Nachfolgeankündigung senkt den Gebrauchtpreis des Vorgängers am deutlichsten.
Zählen Auslösungen bei spiegellosen Kameras noch?
Beim mechanischen Verschluss ja, denn er ist ein Verschleißteil mit begrenzter Zyklenzahl. Bei elektronischem Verschluss läuft die Auslösung ohne Mechanik, dann sagt die Zahl weniger aus. Fragen Sie beim Gebrauchtkauf nach beiden Werten und prüfen Sie zusätzlich Sensor, Bajonett und Dichtungen.

Quellen

  1. Zoll — Internetbestellungen aus einem Nicht-EU-Staat, pauschale Zollabgabe und Einfuhrumsatzsteuer — geprüft am 2026-11-03
  2. § 476 BGB — Abweichende Vereinbarungen, Mindestfrist von einem Jahr bei gebrauchten Waren — geprüft am 2026-11-03
  3. Statistisches Bundesamt — Strompreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026, 37,97 Cent je Kilowattstunde — geprüft am 2026-11-03
  4. § 438 BGB — Verjährung der Mängelansprüche, Gesetze im Internet — geprüft am 2026-11-03

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